Das Institut für Psychodrama und Aktionsmethoden IPDA bietet eine fundierte Weiterbildung in Psychodrama an. Psychodrama zeichnet sich aus durch seinen handelnden Zugang zum Erleben. Themen werden nicht nur verbal, sondern vor allem durch szenische Darstellung erschlossen. Die Lehrveranstaltungen der Weiterbildung sind bewegende und kreative Lernprozesse, die psychodramatisch gestaltet werden. Bei erfolgreichem Abschluss dieser Weiterbildung wird vom Schweizerischen Interessenverband für Psychodrama PDH der Fachtitel in Psychodrama verliehen. Für Personen die beruflich im therapeutischen Bereich aktiv sind: der Fachtitel Psychodrama-Therapeut*in PDH. Für Personen die in Berufen aus Pädagogik, Erwachsenenbildung, Organisationsentwicklung, Sozialarbeit etc. aktiv sind wird der Fachtitel Psychodrama-Leiter*in PDH verliehen.
Graduierte Psychodrama-Therapeut*innen sind auf der Basis einer entsprechenden Ausbildung (Medizin, Psychologie etc.) befähigt und berechtigt, Psychodrama selbständig in eigener Verantwortung als gruppentherapeutisches und einzeltherapeutisches Verfahren in komplexen Lagen anzuwenden.
Graduierte Psychodrama-Leiter*innen sind befähigt und berechtigt, Psychodrama selbständig in eigener Verantwortung, u.a. zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Erweiterung der sozialen Kompetenz in pädagogischen und sozialpädagogischen/sozialarbeiterischen Handlungsfeldern sowie in der Organisationsentwicklung in komplexen Lagen anzuwenden.
Die Weiterbildung besteht aus verschiedenen Modulen und einzelnen Seminaren die von IPDA, PDH und dem Kooperationspartner durchgeführt werden: Moreno Institut Edenkoben/Überlingen / moreno-psychodrama.de.
Die Grundstufe dieser Weiterbildung führt zum Fachtitel Psychodrama-Praktiker*in. Die Grundstufe wird in der Regel in Kooperation mit dem Moreno Institut Edenkoben/Überlingen durchgeführt (moreno-psychodrama.de). Die Grundstufe wird in einer festen Weiterbildungsgruppe gemacht, in 11 Wochenend-Modulen mit jeweils 24 Einheiten (à 45 Minuten) und dauert zwei Jahre. Die Grundstufe wird mit einer schriftlichen Falldarstellung und mit einem Kolloquium abgeschlossen.
Die Praxisstufe besteht aus Seminaren zu Wissen und Können, eigene psychodramatische Tätigkeit unter fachlicher Begleitung und Supervision. In der Praxisstufe können die Seminare Berufsspezifisch gewählt werden: psychodramatische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und/oder Erwachsenen im Einzel und/oder im Gruppensetting. Die Praxisstufe wird mit einer schriftlichen Arbeit und Kolloquium abgeschlossen.
Die Weiterbildung ist konzipiert für Fachpersonen aus Berufsfeldern wie Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Psychomotorik, Heilpädagogik, Ergotherapie, Justiz, Pädagogik, Psychologie, Theologie, Medizin, Psychotherapie, Beratung, Coaching, Erwachsenenbildung, Schule, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung.
Aufbau der Weiterbildung
Die Weiterbildung in Psychodrama umfasst mindestens 880 Lerneinheiten à mind. 45 Minuten.
| Grundstufe: | |
| Inhalt In der Ausbildungsgruppe: Basiswissen Psychodrama, Soziometrie, Rollenspiel im Einzel- und Gruppensetting, berufsfeldspezifische Seminare, Theorie, Übungen, Anwendungstraining, Supervision, Selbsterfahrung, Abschlusskolloquium und Falldarstellung |
Einheiten 456 |
| Grundstufe: Einzel-Supervision | 8 |
| Total zum Abschluss als Psychodrama-Praktiker*in | 464 |
| Praxisstufe: | |
| Inhalt Expertenwissen Psychodrama, bzw. Kinderpsychodrama, Soziometrie, Rollenspiel im Einzel-, Paar, Familien- und Gruppensetting, berufsfeldspezifische Anwendung, Seminare, Theorie, Übungen, Anwendungstraining, Supervision, Selbsterfahrung, Abschlusskolloquium und Abschlussarbeit |
Einheiten 320 |
| Supervision (Einzel- und Gruppe) | 100 |
| Total Aufbaustufe | 420 |
| Total zum Abschluss der Grund- und Praxisstufe als Psychodrama-Leiter*in, bzw. Psychodrama-Therapeut*in PDH | Mindestens 880 |
| Zusätzlich Praxisstunden als Psychodrama-Leiter*in mit fachlicher Begleitung (z.B. durch Intervision) in der Grund- und Aufbaustufe | 280 |
Lerninhalte
Seminare: Wissen und Können
Die Weiterbildung in Wissen und Können erfolgt in der Grundstufe in einer festen Ausbildungsgruppe und in der Praxisstufe in Themen- und Zielgruppen-spezifischen Seminaren. Durch die Aktionsmethoden und den bedeutenden Anteil an psychodramatischer Selbsterfahrung in allen Seminaren erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, theoretische Konzepte Fall- und Situationsbezogen anzuwenden und verschiedene Techniken und Instrumente des Psychodramas zu erfahren.
Lerninhalte der Seminare sind:
- Grundlagenwissen über Gruppendynamik, Kommunikation und Beziehungsgestaltung
- Psychodramatisches Menschenbild, Gesundheits- und Krankheitslehre
- Verstehen des systemisch-szenischen Handlungskonzeptes
- Selbstreflexion und Selbsterfahrung in der Methode
- Kennenlernen der grundlegenden psychodramatischen Techniken und Vorgehensweisen
- Empathieförderung für Beratungs- und Therapiesituationen
- Kompetenzvermittlung für das Leiten von Gruppen und Teams
- Training von Interventionstechniken
- Kinderpsychodrama: Kompetenzvermittlung für das Leiten von Einzeltherapie mit Kindern, von Familientherapie und von Kindergruppen
- Kinderpsychodrama: Anwendung des Verfahrens in der Beratung und Therapie im Bereich Früher Förderung, Einzeltherapie, Familientherapie
- Erwachsenenpsychodrama: Anwendung des Verfahrens in der Beratung und Therapie Einzelner und von Paaren
- Erwachsenenpsychodrama: Psychodrama in der Personal- und Organisationsentwicklung
- Soziodrama
- Psychodrama mit Jugendlichen
Anwendungstraining
Ziel des Anwendungstrainings ist es, die psychodramatische Arbeit zu erweitern und durch theoretische und praktische Übungen zu vertiefen. Das Anwendungstraining ist Teil der Basisweiterbildung. Auf der Trainingsbühne hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, selbst in die Rolle der Leitung zu schlüpfen und durch Übungen psychodramatische Einheiten zu leiten. Die Leitungserfahrungen werden anschließend in der Gruppe ausgewertet und jeder Leiter erhält in einer fehlerfreundlichen und wertschätzenden Atmosphäre Feedback.
Ebenso werden theoretische und praktische Fragen zu psychodramatischen Arbeitsformen und Techniken, die sich aus der Leitung durch Praxis ergeben, gemeinsam diskutiert und reflektiert. Ziel ist es unter anderem, den eigenen psychodramatischen Führungsstil zu finden oder zu entwickeln.
Supervision
In der Supervision können die in den Seminaren bearbeiteten Theorien an konkreten Fallbeispielen aus der eigenen psychodramatischen Praxis reflektiert werden. Die Supervision in der Grundstufe findet im Einzelsetting statt und wird von den Teilnehmenden selber organisiert. Die Supervision in der Praxisstufe umfasst 108 Einheiten (davon mindestens 20 im Einzelsetting) und wird durch die TeilnehmerInnen selber organisiert. Der PDH führt eine Liste mit anerkannten SupervisorInnen.
Selbsterfahrung
Psychodrama zeichnet sich aus durch den handelnden Zugang zum Erleben. Dadurch erhalten auch alle unsere Seminare einen hohen Selbsterfahrungs-Anteil durch die psychodramatischen Aktionsmethoden. In der Grundstufe wird ein besonderes Gewicht auf die Selbsterfahrung gelegt.
Psychodramatische Tätigkeit im eigenen beruflichen Fachbereich
Die eigene psychodramatische Leitungs-Tätigkeit soll mit dem Beginn der Weiterbildung einsetzen und in der Weiterbildung mindestens 280 Sitzungen mit KlientInnen umfassen, im Einzelsetting und in der Gruppe. Diese Tätigkeit soll fachlich begleitet oder reflektiert werden. Dies kann im Rahmen der Supervision sein, in der Intervision mit ausgebildeten Psychodrama-Leiter*innen, bzw. Therapeut*innen PDH oder durch eine vorgesetzte Person, die eine äquivalente Ausbildung in Psychodrama hat. Die Stunden sind schriftlich zu belegen.
Zusätzlich: Selbststudium
Der Erwerb von theoretischen und praktischen Kenntnissen in Psychodrama erfordert das Studium von entsprechender Fachliteratur. Den Auszubildenden werden im Verlauf der Weiterbildung interessante und herausfordernde Literaturempfehlungen gemacht.
Erfolgsbeurteilung, Graduierung
- Die Beurteilung des Erfolgs des/der Weiterbildungsteilnehmer/in hinsichtlich der in den Weiterbildungsrichtlinien definierten Ziele der Grundstufe erfolgt an deren Ende durch die Leitungspersonen der Weiterbildungsgruppe sowie durch den/die Weiterbildungskandidaten/in selbst und durch sämtliche Gruppenmitglieder gemäß dem Beurteilungsbogen von PDH. Hinzu kommt am Ende der Grundstufe ein Abschlusskolloquium mit Vorstellung einer schriftlichen Falldarstellung.
- Die Beurteilung des Erfolgs des/der Weiterbildungsteilnehmer/in hinsichtlich der in den Weiterbildungsrichtlinien definierten Ziele der Zertifizierungsstufe erfolgt in einer schriftlichen und in einer mündlichen Prüfung.
- Die schriftliche Prüfung erfolgt in Form eines schriftlichen Beitrages (eventuell zur Publikation in einer Fachzeitschrift oder eine klinische Falldarstellung). Das Thema dieser schriftlichen Arbeit wird in Absprache mit dem Leiter des Weiterbildungslehrganges definiert und soll in Zusammenhang zur beruflichen Praxis der TN stehen. Es soll darin die Methodenkompetenz im Fachbereich ersichtlich werden. Diese schriftliche Arbeit wird dem Weiterbildungsleiter spätestens 4 Monate vor der praktischen Abschlussprüfung eingereicht. Die Evaluation dieser schriftlichen Prüfung erfolgt durch zwei Ausbildner die vom Weiterbildungsleiter nominiert werden.
- Nach erfolgreicher schriftlicher Prüfung und wenn sämtliche Kriterien der Weiterbildung erfüllt sind, können sich die TN für die mündliche Prüfung anmelden. Die Prüfung wird abgenommen durch zwei Prüfungsexperten die vom PDH nominiert werden. Diese geben die Schlussbeurteilung (gut/ungenügend), diese muss Einstimmig erfolgen.
- Wird der/die Weiterbildungsteilnehmer/in den Bewertungsrichtlinien der jeweiligen Weiterbildungsstufe nicht gerecht oder lässt sie/er die erforderliche persönliche Reife und Integrität nicht erkennen, kann der/die Weiterbildungsleiter/in vor der Erfolgsbestätigung entweder die Absolvierung zusätzlicher Weiterbildungseinheiten in angemessenem Umfang oder eine Wiederholung des gesamten Weiterbildungsabschnittes verlangen, soweit eine solche Maßnahme erforderlich erscheint und begründete Aussicht besteht, dass der/die Teilnehmer sodann das Weiterbildungsziel erreichen wird.
- Kommt die Erfolgsbeurteilung nach der Grundstufe zu einem positiven Ergebnis, erfolgt die Graduierung zum/r Psychodrama-Praktiker/in. Die positive Erfolgsbeurteilung der Grund- und Praxisstufe führt zum Titel Psychodrama-Leiter*in PDH, Psychodram-Therapeut*in PDH.
- Führt die Erfolgsbeurteilung nach der Grundstufe oder der Praxisstufe nicht zu einem positiven Ergebnis, ist eine Wiederholung frühestens nach sechs Monaten möglich. Von dem/der Weiterbildungsleiter/in können hierbei der/dem Teilnehmer/in bestimmte Auflagen erteilt werden, die sie/er vorher erfüllen muss. Eine Wiederholung zum zweiten Male ist nur bei Vorliegen eines Härtefalles möglich. Sonst besteht kein Anspruch auf Abschluss dieser Weiterbildung.
- Ist ein Ausbildungskandidat / eine Ausbildungskandidatin der Meinung, nicht angemessen behandelt oder beurteilt zu werden so kann er/sie sich mit einer schriftlichen Beschwerde an dern Vorstand des PDH wenden.
Termine und Anmeldung
Anmeldung und Termine werden auf pdh.ch publiziert. Dort finden Sie Bildungsangebote in Psychodrama, die von PDH, IPDA und einzelnen Mitgliedern von PDH angeboten werden. Alle hier angebotenen Seminare können im Rahmen der zertifizierten Weiterbildung in Psychodrama besucht und anerkannt werden.
Für weitere Fragen und Informationen wenden Sie sich an den Weiterbildungs-Verantwortlichen:
Roger Schaller,