Aufbau der Weiterbildung
Diese Weiterbildung in Systemisch-Humanistischer Psychotherapie mit Schwerpunkt Psychodrama wurde für Ärztinnen und Ärzte entwickelt; sie entspricht den aktuellen Bedingungen der Weiterbildungsordnung zu den Facharzttiteln FMH Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) und FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie (SGKJPP).
Ebenso wurde sie konzipiert mit Fokus auf Psychologinnen und Psychologen, die bereits über einen eidgenössischen Titel in Psychotherapie verfügen und damit eine attraktive psychotherapeutische Zusatzqualifikation erwerben können.
Die Weiterbildung wird vom Institut für Psychodrama und Aktionsmethoden IPDA (CH) in Kooperation mit dem Moreno Institut Edenkoben/ Überlingen (D) angeboten.
Die Kandidatinnen und Kandidaten haben die Möglichkeit, auf der Basis dieser Weiterbildung zusätzlich den Titel Psychodramatherapeutin/Psychodramatherapeut PDH zu erwerben; dabei werden ihnen die bereits absolvierten Weiterbildungseinheiten angerechnet (siehe www.ipda.ch: Weiterbildung Psychodrama mit Erwachsenen).
Die Weiterbildung befähigt zur eigenverantwortlichen psychotherapeutischen Arbeit mit kreativen, erlebnis-, körper- und handlungsorientierten Methoden auf der Grundlage eines humanistisch-systemischen Menschenbildes. Sie ist modular zusammengesetzt mit teilweise individuell wählbaren Bausteinen. Die feste Stamm- gruppe, in der Selbsterfahrung und Grundlagenwissen absolviert werden, verhilft zum Lernen und Erfahren in vertrauensvoller Umgebung.
Die Weiterbildung kann im Lauf von drei Jahren absolviert werden.
Übersicht mit Weiterbildungsziel Facharzt/Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH
| Modul | Weiterbildung in systemisch-humanistischem Psychodrama | Inhalt | Stunden à 45 Minuten / Credits | Durchführende Stelle |
| 1a | Grundlagen und Methodik für das Gruppensetting Stammgruppe |
Basis des systemisch-orientierten Psychodramas; Einführung in die Methodik mit Fokus auf das Gruppensetting, Theorie und Praxis | 80 | IPDA |
| 1b | Methodik für das Einzelsetting / Mono-drama-Curriculum | Theorie und Praxis der Anwendung im Einzelsetting | 80 | IPDA |
| 1c | Störungsspezifische Vertiefung Stammgruppe | Einführung in die störungsspezifische Arbeit | 20 | IPDA |
| 2 | Selbsterfahrung Stammgruppe |
Gruppenselbsterfahrung | 100 | IPDA |
| 3 | Vertiefungsseminare | Seminare, Kongresse, Workshops etc. an anerkannten Weiterbildungsveranstaltungen | 180 | Verschiedene anerkannte Anbieter |
| Empfehlung, zur Vertiefung des psychiatrisch-psychotherapeutischen Wissens im Bereich Psychodrama zumindest einen Teil der Seminare beim IPDA oder beim Moren Institut Edenkoben/Überlingen zu absolvieren | IPDA | |||
| 4 | Supervision der Psychotherapie | Reflexion der eigenen Anwendung der Methode in der therapeutischen Arbeit Einzelsupervision: mindestens 15 Stunden Kleingruppensupervision: maximal 135; 3-5 TN 50 der insgesamt 150 geforderten Supervisionseinheiten können ausserhalb des gewählten Therapiemodells absolviert werden |
100 | Selbstorganisation durch Kandidaten oder innerhalb der Stammgruppe Liste Supervisorinnen durch IPDA abgegeben |
| 5 | Zertifizierung | IPDA | ||
| 6 | Supervision der IPPB | Organisation klinikintern | 150 | Klinik |
| 7 | Weiterbildungs-Supervision | Organisation klinikintern | 30 | Klinik |
| 8 | Fachspezifische Weiterbildung | Im Rahmen des postgradualen Unterrichts | 240 | Regionale Weiterbildngsstätten |
| 9 | Klinische Weiterbildung in somatischer Medizin | Von Kandidatin/Kandidat selbst organsiert (Fremdjahr) | Kandidatin | |
| 10 | Kompetenzüberprüng | Extern: Facharzttitel |
1 Stunde à 45 Minuten = 1 Credit (FMH).
1a Grundlagen und Methodik für das Gruppensetting (80 Credits in der Stammgruppe)
- Menschenbild und theoretische Grundlagen des systemisch-orientierten Psychodramas
- Verwandtschaft des Psychodramas mit den klassischen Modellen (psychoanalytisch, systemisch, kognitiv-behavioral)
- Einführung in die Methodik und Anwendung der handlungsorientierten, erlebnisaktivierenden Techniken und deren Besonderheit im Gruppensetting
- Wirkungsweise der zentralen Techniken
- Anwendungstrainings: Üben und Reflektieren der erlernten Tools und Techniken
1b Methodik für das Einzelsetting: Monodrama-Curriculum (80 Credits, ausserhalb Stammgruppe)
- Einsatz von handlungs- und erlebnisorientierten Methoden im Einzelsetting
- Störungspezifische und mentalisierungsfördernde Anwendung der einzelnen Tools und Techniken im Einzelsetting
- Theoretische Inputs, Demonstrationen der einzelnen Techniken, Üben in Kleingruppen, Reflexion und Nachbesprechung in der Gesamtgruppe
1c Störungsspezifische Vertiefung (20 Credits in der Stammgruppe)
- Einführung in die störungsspezifische psychotherapeutische Arbeit im Einzel- und Gruppensetting
- Störungsverständnis und Interventionen am Beispiel von einzelnen Krankheitsbildern B. Essstörungen
2. Selbsterfahrung (100 Credits in der Stammgruppe)
- Persönliche Erfahrung der Wirkung der handlungsorientierten und erlebnisaktivierenden Methoden
- Bearbeiten von persönlichen Themen im Kontext der eigenen Lebenswelt und Biografie
- Entwicklung von konstruktiven Strategien zur Konfliktlösung, Ressourcenaktivierung und Resilienzförderung
- Persönlichkeitsentwicklung, Förderung der beruflichen Identität, Selbstfürsorge und Burnoutprophylaxe
3. Vertiefungsseminare (180 Credits, frei wählbar)
- Von der Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP anerkannte Weiterbildungsveranstaltungen
- Zur Vertiefung des Wissens und Könnens in Psychodrama empfehlen wir folgende Veranstaltung:
- 9-teilige Seminarreihe Krankheitsbezogene störungspezifische Psychodramatherapie am Moreno Institut Edenkoben/ Überlingen (DE) zu folgenden Themen:
- Persönlichkeitsstörung Traumafolgestörung Psychotische Erkrankung Depression und suizidale Krise Suchtstörung
- Angst- und Zwangsstörung Narzissmus
- Essstörung Somatoforme Störung
- Weitere Seminare werden auf den Webseiten der Weiterbildungsleiterinnen und Weiterbildungsleiter sowie der Weiterbildungsinstitute laufend aufgeschaltet (Anerkennungsbedingungen beachten).
4. Supervision (100 Credits)
- Vertiefung in Systemisch-Humanistischer Psychotherapie
- Reflexion eigener Therapeutenerfahrung mit Unterstützung einer Fachperson, Klärung problematischer Situationen.
- Rahmenbedingungen der Supervisionen der Psychotherapien e.S:
- mindestens 15 Stunden; Kleingruppensupervision: maximal 135 Stunden; maximal 5 Teilnehmer.
- Die 150 Stunden psychotherapeutischer Supervision beziehen sich auf mindestens 300 nachgewiesene Psychotherapie-Sitzungen, davon mindestens zwei längere Therapien von mindestens jeweils 40 Sitzungen. Bei Gruppenpsychotherapie gilt eine Gruppe als ein Fall.
- Da die Supervision ein zentrales Element der Weiterbildung ausmacht, müssen mindestens 100 der verlangten Stunden im zur Vertiefung gewählten Modell nachgewiesen werden.
- Im Rahmen der psychotherapeutischen Supervision muss der Kandidat den Supervisor mindestens einmal wechseln.
- Die Kandidaten organisieren die Supervision selbst respektive mit Unterstützung der Weiterbildungs- verantwortlichen; Kleingruppensupervisionen können auch innerhalb der Stammgruppe organisiert werden; das IPDA stellt zudem eine Liste von akkreditierten Supervisor*innen zur Verfügung.
5. Zertifizierung
Nach abgeschlossener Weiterbildung am IPDA muss die Kandidatin/der Kandidat das entsprechende Dokument im Logbuch (SWIF) hochladen, ausfüllen, ausdrucken und vom Leiter des Instituts IPDA unterschreiben lassen; anschließend kann das unterschriebene Dokument wieder ins E-Logbuch hochgeladen werden.
Für Fragen und weitere Informationen wenden Sie sich an die Weiterbildungs-Verantwortliche:
Dr.med. Susanne Kunz Mehlstaub,